KZ-Gedenkstätten befürchten schweren Schaden für die Erinnerungskultur durch die AFD

6. November 2017

Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten

Vor dem Hintergrund von Meldungen zur Frage eines möglichen AfD-Vorsitzes im Kulturausschuss unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten, in der die Leiterinnen und Leiter der vom Bund institutionell geförderten Gedenkstätten Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Mittelbau-Dora, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen zusammengeschlossen sind, die parteiübergreifende Initiative von Kulturschaffenden, die sich mit einem „Offenen Brief– Für Freiheit und Vielfalt in Kunst und Kultur!“ an den Ältestenrat des Bundestages gewandt haben (www.kulturausschuss-schuetzen.de)
Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten teilt die Sorge, dass bei Übernahme des Vorsitzes im Ausschuss für Kultur und Medien durch einen Vertreter der AfD-Fraktion im In- und Ausland beträchtlicher Schaden für die in einem langen Prozess der gesellschaftlichen Verständigung entwickelte bundesdeutsche Erinnerungskultur droht. Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen ist ein unverzichtbarer Bestandteil des demokratischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird von maßgeblichen Funktionsträgern der AfD infrage gestellt. Es darf nicht zugelassen werden, dass die parlamentarische Stimme bundesdeutscher Kulturpolitik in den Händen jener liegt, die eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ fordern, sich zum Stolz auf „die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ bekennen und erklären, dass man den Deutschen „diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten“ müsse.
Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten fordert deshalb die Fraktionen im Deutschen Bundestag, die sich der Freiheit der Kultur und dem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes verpflichtet wissen, dazu auf, durch die Geltendmachung ihrer Zugriffsrechte die Übernahme des Ausschussvorsitzes durch die AfD-Fraktion zu verhindern.

 

Berlin, den 29. September 2017
Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland
Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück
Dr. Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau
Dr. Stefan Hördler, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Ge-denkstätte und Museum Sachsenhausen
Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Buchenwald-Dora
Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten
Geschäftsführung:
Dr. Thomas Lutz, Gedenkstättenreferat
Stiftung Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin

Jeder Mensch hat einen Namen – Gedenken an die Reichspogromnacht

79 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938 erinnert die Namenslesung an mehr als 250 Münchner Künstler und Kulturschaffende, die im Holocaust ihr Leben verloren. Sie wurden entrechtet und verfolgt, gedemütigt und misshandelt. Sie wurden in Todeslager verschleppt und ermordet. Ihr Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt und ihre Lebensgeschichten sind aus dem kollektiven Gedächtnis weitgehend verschwunden.
Sie alle waren Bürger dieser Stadt. Wir wollen ihrer gedenken und ihre Namen nennen.

Donnerstag, 9. November 2017
14:00 bis 17:30 Uhr
Namenslesung am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße (hinter dem Künstlerhaus)

Donnerstag, 9. November 2017
19:00 Uhr
Gedenkstunde im Saal des Alten Rathauses am Marienplatz
Grußworte bzw. Vortrag von:
Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München
Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Prof. Dr.-Ing. Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München

Donnerstag, 9. und Freitag, 10. November,
jeweils um 11.00, 13.00, 15.00 und 17.00 Uhr
Weg der Erinnerung: geführte Stadtgänge

Eine Kooperation von: BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, »Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.« – regionale Arbeitsgruppe München, Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R., Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Mitzwe Makers e.V., NS-Dokumentationszentrum München, Stadtarchiv München, Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Weiße Rose Stiftung e.V.

Oskar Maria Graf und seine Münchner Freunde – Matinee am 5. November 2017

Matinee zu Ehren des großen antifaschistischen Schriftstellers

mit Dr. Ulrich Dittmann, Karl-Heinz Hummel, Josef Brustmann und einem Dokumentarfilm

Eintritt frei

Näheres siehe Matinee OM Graf

 

Neue Stolpersteine für München

Initiative Stolpersteine für München e.V.

Einladung zur Verlegung von Stolpersteinen am 14.

Oktober 2017

durch Gunter Demnig

Liebe Freunde und Paten der Stolpersteine,

es ist uns eine Freude, Sie zur Verlegung von Stolpersteinen einzuladen!

Sie erinnern an Menschen, die aufgrund ihres politischen Widerstandes,

ihres jüdischen Glaubens oder ihrer homosexueller Orientierung von den

Nazis entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Gunter Demnig wird die

Gedenksteine auf privatem Grund vor den ehemaligen Wohnhäusern der

Opfer verlegen.

13 Uhr: Augustenstraße 98

Stolpersteine für Wilhelm Olschewski, Willy Olschewski und Otto Binder

Begrüßung durch Terry Swartzberg, Initiative Stolpersteine für München

e.V.

Es sprechen: Ernst Grube Jr. als Angehöriger

Andreas Post, Geschäftsführer, Hausbesitzer-Versicherung

Ernst Grube Sr. als Angehöriger und Zeitzeuge

14 Uhr: Pestalozzistraße 36

Stolperstein für Otto Karl Weis

Es sprechen: Matthias Kirchhof für die Hauseigentümer

Beppo Brem, Aktivist und Politiker

14.45:Baumstraße 4

Stolperstein für Georg Fischler

Es spricht: Claudia Stamm, MdL

15.30: Landwehrstraße 20

Stolperstein für Nathan Schütz

Es spricht: Janne Weinzierl, Initiative Stolpersteine für München e.V.

Für weitere Informationen:

www.stolpersteine-muenchen.de / Terry Swartzberg initiative@stolpersteine-

 

Veranstaltung: Für Spaniens Freiheit – Münchner Frauen und Männer im Spanischen Bürgerkrieg

Im Mittelpunkt des Abends stehen die Anarchistin Martha Wüstemann (1908-1992), der Kommunist Max Gorbach (1904-1986) und der Sozialdemokrat Rolf Reventlow (1897-1981).

Anhand ihrer Lebensgeschichten sollen Motive und Wege deutlich werden, die zu ihrem Kampf an der Seite der Republik gegen den Putsch General Francos führten und die auch ihr weiteres Leben bestimmten.

Die Biografien werden vorgestellt von Annette Müssener (Martha Wüstemann), Dominik Aufleger (Max Gorbach) und Joke Reschenberg (Rolf Reventlow). Einführung: Friedbert Mühldorfer

Weitere Informationen siehe  Flugblatt Spanien-V 12.10

 

Petition an den neuen Bundestag: Keine Zusammenarbeit mit der AfD

29. September 2017

Die Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“ hat kurzfristig eine Petition gestartet, die sich an die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD, LINKE, B90/Grüne und FDP richtet und sie auffordert, sich klar von der AfD-Fraktion abzugrenzen und jegliche Zusammenarbeit mit ihr zu verweigern.

Die Petition kann man online unterzeichnen, aber es können auch an Infoständen auf Papier Unterschriften gesammelt werden, man kann mit den Leuten ins Gespräch kommen, weiteres Infomaterial verteilen und Unterstützer gewinnen.

Ziel ist es, binnen 6 Wochen 100.000 Unterschriften zu sammeln, die dann voraussichtlich in der ersten Sitzungswoche übergeben werden.

Die Petition:

Jetzt erst recht: Bundestag Nazifrei! Petition unterschreibenSolidarität statt Hetze – keine Zusammenarbeit mit der AfD im Bundestag

Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und die Verherrlichung von NS-Verbrechen dürfen in Deutschland nie wieder einen Platz haben – weder auf der Straße noch im Bundestag.

Die AfD ist eine rassistische Partei, mit der Nazis und Antisemiten in die Parlamente einziehen. In der Bundestagsfraktion stellt Höckes Nazi-Flügel die größte organisierte Strömung.

Die AfD ist undemokratisch. Demokratie bedeutet Mitsprache für alle Menschen, unabhängig ihres Aussehens, ihrer Religion, ihrer Kultur, ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung. Die AfD will Menschen aufgrund von solchen Kriterien entrechten und abschieben. Sie stachelt Gewalt an gegen Geflüchtete, Muslime, Antifaschist*innen und alle, die nicht in ihr Weltbild passen. Mit Demokratie hat das nichts zu tun.

Die AfD ist eine Gefahr für unsere Demokratie und die Menschen, die hier leben. Die einzige Möglichkeit diese Gefahr abzuwenden, ist die Verweigerung jeglicher Zusammenarbeit mit der AfD. Sonst werden Hass und Hetze zum Alltag im Bundestag und in der Gesellschaft.

Wir erwarten, dass die Fraktionen von CDU/CSU, SPD, LINKE, Grünen und FDP sich klar von der AfD abgrenzen und nicht mit der AfD und ihren Abgeordneten zusammenarbeiten. Wir fordern Widerspruch gegen rassistische, gewaltverherrlichende und Hassparolen der AfD, wo auch immer sie auftauchen.

Zusammen können wir ein Zeichen setzen: Für Solidarität statt Hetze. Rassismus ist keine Alternative.

Wir ziehen die Rote Linie: Keine Zusammenarbeit mit der AfD!

Mehr Informationen:

https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/

 

So könnt ihr Unterschriften für die Petition sammeln:

Online…

Teilt den Link https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/petition unter Euren Freundinnen und Freunden per Mail oder in den sozialen Medien.

Facebook: https://www.facebook.com/aufstehengegenrassismus/photos/a.962514417200178.1073741829.954225664695720/1458218697629745/?type=3

Twitter: https://twitter.com/aufstehengegen/status/912330533455228930

…oder auf der Straße:

Ladet euch unter dem Link https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/petition die Unterschriften-Listen zum Ausdrucken herunter! Die ausgefüllten Listen könnt ihr dann ebenso dort selbst wieder hochladen. Weitere Infos dazu findet Ihr ebendort!

Gedenken an Wies’n-Attentat und andere Veranstaltungen

Veranstaltungshinweise:

  • 24. September bis 22. Oktober 2017 Die Skulpur KAMERA und die gleichnamige Veranstaltungsreihe im Giesnger Bahnhof widmen sich dem Gedenken an die etwa 550 Zwangsarbeiterinnen des Giesinger Außenlagers Agfa-Kommando des KZ-Dachau, die von 1944 bis kurz vor ihrer Befreiung am 30. April 1945 im Wohnhaus Weißenseestraße 7-5 interniert gewesen waren. Eröffnung: Sonntag, 24. September 2017 um 11:00 Uhr, Weißenseestraße 7, 81539 München

    Infos siehe https://www.kamera-projekt.de/

  • Zum 37. Jahrestag des Oktoberfestattentats am 26. September lädt die DGB-Jugend ein zu einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Mahnmal am Haupteingang zur Theresienwiese. Beginn: 9:30 Uhr. Hauptredner: Robert Höckmayr, Überlebender des Attentats. Flyer siehe Oktoberfestattentatgedenken 26 09 2017
  • Der Arbeitskreis Aktiv gegen rechts in Ver.di München sieht Parallelen zwischen dem Oktoberfestattentat vor 37 Jahren und dem NSU-Prozess: Um 19 Uhr beginnt im DGB-Haus die Veranstaltung „Die Parole heißt Einzeltäter“ mit RA Werner Dietrich, Vertreter von Opfern des Oktoberfestanschlags, und RA Mehmet Daimagüler, Nebenklagevertreter im NSU-Prozess.
  • Ebenfalls am 26.9. lädt die Beratungsstelle für Sinti und Roma „Madhouse“ anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums zu einem Kultur- und Bildungsfachtag im Kulturhaus Milbertshofen (Curt-Mezger-Platz 1) ein. Das Programm unter dem Motto: „Geschichte erinnern – Zukunft gestalten“ beginnt um 9:00 Uhr mit Impulsvorträgen, geht um 12:00 Uhr mit Workshops und einem Rückblick auf die Geschichte der Einrichtung weiter und endet am Abend mit einer Kulturveranstaltung.  Bitte anmelden unter Telefon 089-7167222500 oder per Email: diepold@madhouse-munich.com
  • Am Donnerstag, 28. September um 19:30 Uhr stellt die Autorin Marina Achenbach im EineWeltHaus (Schwanthalerstr. 80) ihr Buch „Ein Krokodil für Zagreb“ über ihre Mutter, die engagierte Antifaschistin Zeka Achenbach, vor, die viele Jahre in München lebte.Flyer siehe Lesung Marina Achenbach

Veranstaltung des DGB zum Antikriegstag 2017

Einer langen Tradition folgend erinnert der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. September an den Beginn des 2. Weltkriegs 1939 und setzt sich dabei für Frieden und Abrüstung ein.

Im Mittelpunkt steht heuer die skandalöse Forderung der NATO nach weitreichender Erhöhung der Rüstungsausgaben.

Es sprechen Simone Burger, DGB München, und Lühr Henken vom Bundesausschuss Friedensratschlag; anschließend Diskussion.

Weitere Infos unter Flyer Antikriegstag 2017

Ernst Grube erhält den Georg-Elser-Preis der Stadt München

14. August 2017

Meldung der Süddeutschen Zeitung v. 10.8.2017

Ehrung für einen Unbequemen

Der politische Aktivist Ernst Grube erhält den Georg-Elser-Preis

 

Für sein gesellschaftliches Engagement erhält der Zeitzeuge und politische Aktivist Ernst Grube von der Landeshauptstadt München den Georg-Elser-Preis. Der 84-Jährige wird geehrt, weil er „es sich zeit seines Lebens zur Aufgabe gemacht“ habe, „über die Verbrechen der NS-Diktatur aufzuklären und Konsequenzen diktatorischer Systeme aufzuzeigen“. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird seit 2013 alle zwei Jahre auf Vorschlag einer Jury von der Stadt vergeben. Die Preisverleihung findet am 6. November im NS-Dokumentationszentrum statt.

Als Kind einer jüdischen Mutter habe Grube „Diskriminierung, Entrechtung, Deportation und Internierung im Konzentrationslager“ erlebt, schreibt die Jury. „Als Fünfjähriger sah er, wie die Münchner Synagoge abgerissen wurde.“ Mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern Ruth und Werner wurde Ernst Grube im Februar 1945 im Alter von zwölf Jahren nach Theresienstadt deportiert.

Nach der Befreiung und der Rückkehr nach München habe er erleben müssen, „wie alte Nationalsozialisten auch in der neuen Demokratie mitregierten und verhinderten, dass nachhaltige Lehren aus dem Faschismus gezogen wurden“. Grube, der Präsident der Lagergemeinschaft Dachau ist, habe sich immer in politische Auseinandersetzungen seiner Zeit eingemischt, sich in der FDJ, der Gewerkschaft und der KPD engagiert. Zeit seines Lebens kämpfte Grube gegen Ausgrenzung und Unterdrückung. Er „war und ist immer auch unbequem. Aber es sind nicht die Bequemen, die die Demokratie verteidigen“, würdigt die Jury sein Engagement. LOE

 

ES REICHT! Ausbildung und Arbeit statt Abschiebepolitik!

22. Juni 2017

AUFRUF ZUR BAYERNWEITEN DEMO

AM SAMSTAG, 24. JUNI 2017 IN MÜNCHEN

Auftakt Marienplatz 13:00 h   Am 24.06.2017 ruft ein breites Bündnis zu einer bayernweiten Demo gegen Arbeits- und Ausbildungsverbote und Abschiebungen auf! Seit der Ankunft vieler Flüchtlinge im Sommer 2015 sind Viele in Bewegung geraten. Mit großem Engagement traten Tausende ehrenamtliche Flüchtlingshelfer*innen für eine großartige Willkommenskultur ein. Nun stehen Geflüchtete und Unterstützer*innen vor einem Scherbenhaufen. Trotz großen Bemühens beim Deutscherwerb, bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen wird diese Arbeit von zuständigen Behörden, von der bayerischen Staatsregierung und der Bundesregierung unterlaufen.

Über 100 afghanische Männer wurden in den letzten Monaten von Deutschland nach Kabul abgeschoben. Viele der Betroffenen arbeiteten jahrelang hier und waren bestens integriert; einige standen kurz vor ihrer Hochzeit. Andere wurden abgeschoben, obwohl sie schwer krank sind. Die Zahl derer, die von Abschiebung bedroht sind, ist um ein Vielfaches höher. Flüchtlinge mit sogenannter „geringer Bleibeperspektive“, viele aus Afghanistan, bekommen Arbeitsverbote, sie dürfen nicht in Ausbildung, häufig gibt es nicht einmal einen Deutschkurs oder ein Praktikum. Die Bedrohung durch Abschiebungen und Arbeitsverbote wirken wie ein Fallbeil gegen das Bemühen um Integration. Es verurteilt die Betroffenen zum Nichtstun und treibt viele in eine psychische Ausnahmesituation. Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle Haupt- und Ehrenamtlichen, für Schulen und Betriebe. Und es hat eine enorme Vergeudung von Steuergeldern zur Folge. In Petitionen, unzähligen Briefen und vielfältigen Protestaktionen in ganz Bayern wurde diese menschenverachtende Ausgrenzungspolitik angeklagt und kritisiert.

Wir sagen: Es reicht! So kann es nicht weitergehen. Es muss sich endlich etwas bewegen. Integration darf nicht bestraft werden. Wer einen Ausbildungsvertrag bekommt, soll eine Ausbildung machen dürfen. Wer eine Arbeit gefunden hat, soll diese antreten und behalten dürfen. Wir wehren uns auch gegen die Spaltung von Flüchtlingen entlang einer „besseren“ oder „schlechteren“ Bleibeperspektive und wenden uns gegen diese menschenverachtende Politik. Wenn sich die Regierung nicht bewegt, müssen wir uns bewegen!

Obwohl letzten Monat die Abschiebungen nach Afghanistan erst ein Mal ausgesetzt wurden, findet am 28.06.2017 der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan statt. Potentiell betroffen sind alleinstehende Männer, die straftätig geworden sind und deren Asylverfahren rechtskräftig negativ beschieden wurde.

Also Kommt alle – Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Geflüchtete, Lehrerinnen und Lehrer, Engagierte aus Initiativen, Menschenrechtsorganisationen, Verbänden und Parteien. Unser Protest muss laut und kraftvoll sein!

Den Aufruf finden Sie in mehreren Sprachen hier unter Es reicht – mehrsprachig mit Titelseite

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